"Die Liebe hat zwei Arme, der eine umfasst Gott, der andere den Nächsten."

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Nachprimiz in Fockenfeld am 22.7.2019

In der gut gefüllten Fockenfelder Kapelle feierte unser ehemaliger Schüler Lucas Lobmeier mit uns Nachprimiz.
Wir danken unserem Gott für seine Berufung und freuen uns, dass wir ihn auf diesem Weg begleiten durften.

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Nachprimiz 20194Liebe Schwestern und Brüder,

stellen sie sich folgendes einmal vor:

  • sie wären ohne Beine, die sie heute zur Kirche gebracht haben
  • ihnen würden die Arme fehlen, mit denen sie noch eben nach dem Gotteslob gegriffen und darin geblättert haben

Nicht wenige Menschen müssen mit dieser Einschränkung leben, manche sogar von Geburt an. Einer dieser Menschen ist Nick [Wu-ji-tschitsch], der vor mehr als dreißig Jahren in Australien ohne Arme und Beine zur Welt kam.

„Was hat Gott sich dabei nur gedacht?“ war die erste Reaktion seiner Eltern, die, im Glauben stark verwurzelt, es nicht fassen konnten.

Kann ein Leben mit solchen Einschränkungen sinnvoll und erfüllend sein? Diese Frage stellte sich Nick bereits in jungen Jahren. Schon bald begab er sich auf die Suche nach dem Sinn, nach dem Plan Gottes für sein Leben.

Auch Maria Magdalen war sich sicher, den Plan für ihr Leben gefunden zu haben. Seit dieser Begegnung mit Jesus hast sich ihr Leben verändert. Bekam es eine neue Richtung, einen neuen Sinn. Und plötzlich das. Mit seinem Tod schien auf einmal alles aus. Sie fühlte sich wie in einer Sackgasse gefangen, ohne jede Wendemöglichkeit.

Wie oft geht’s es einem selbst so? Die gemachten Pläne gehen nicht auf, werden durchkreuzt. Wenn die Dinge eben nicht so laufen, wie man sich das selbst vorgestellt hat.

In solchen Momenten dürfen Traurigkeit und Frustration ruhig ihren Platz haben. Aber der Mensch darf sich von ihnen nicht gefangen nehmen. Es gilt weiter offen zu bleiben. Hinzuhören auf den Ruf Gottes. Bereit zu sein für das ganz eigene, persönliche Osterereignis.

Gott wendet durch kleine Gesten und Worte unseren Blick um. Hebt den gesenkten Kopf wieder an. Lässt uns eine neue Perspektive auf die Dinge einnehmen.

Eine neue Perspektive und ein neuer Plan im Leben von vielen jungen und vielleicht nicht mehr ganz so jungen Männern, war und ist die Spätberufenenschule St. Josef. In den vergangenen Jahrzehnten ihres Bestehens wurde sie zum Weg, nicht nur für zahlreiche Priester- und Ordensberufungen, sondern vor allem für Menschen, die ihren Glauben leben und so Zeuginnen und Zeugen der Osterbotschaft wurden. Ich sage auch bewusst „Zeuginnen“, denn es sind nicht nur die Schüler, die dieses Haus prägte. Gleiches gilt wohl für alle, die hier tätig waren und noch sind. Ebenso für die vielen Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste, Feste und Veranstaltungen.

Fockenfeld hat viele Menschen begleitet, geprägt, verändert und vor allem einen neuen Lebensweg aufgezeigt. Zumindest kann man dies immer wieder in Gesprächen mit Ehemaligen heraushören.

Mit der Zeit hat sich einiges verändert. Auch für die Schule und das Haus bricht nun langsam die entscheidende Zeit an. Ein neuer Wegabschnitt.

„Wir wissen, dass Gott, bei denen die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind.“ (Röm 8,28)

Dieser Vers aus dem Römerbrief begleitet mich schon seit vielen Jahren.

Ich denke, er passt gut in das Leben eines jeden von uns. Genauso wie in das Leben und die Zukunft von Fockenfeld.

Sich nicht entmutigen zu lassen, Hürden in Angriff zu nehmen und darauf vertrauen, dass Gott mit einem jeden von uns Großes vorhat. Ganz egal wie klein, unbedeutend oder hilflos wir uns manchmal fühlen.

Nick [Wu-ji-tschitsch] hat seinen Platz im Leben gefunden. Seit einigen Jahren reist er an die verschiedensten Orte der Welt für Vorträge und Veranstaltungen, um den Menschen Mut zu machen nie auf zu geben, egal wie aussichtslos die Lage scheint. Er engagiert sich für verschiedene Hilfsorganisationen und bringt den Menschen eine Botschaft, die er selbst im Leben erfahren durfte: Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eins!

Oft genügt schon ein kleiner Schritt, ein winziger Funke, um eine Kettenreaktion auszulösen, die vieles verändern kann.

Vertrauen wir darauf, dass Gott alle Lebenswege mit uns geht, in den sonnigen und den schweren Stunden. Er hat uns zu etwas Großem berufen, lassen wir uns darauf ein und begeben wir uns Tag für Tag neu auf die Suche danach.

„Wenn kein Wunder passiert, sei selber eins!“

Amen.

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